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Lavendel durch Stecklinge vermehren

Lavendel ist eine in Südeuropa beheimatete Pflanze und daher meist keinen Minusgraden ausgesetzt.
Bei uns in Mitteleuropa mit unseren Wintern mit mitunter -15° Celsius sind natürlich nicht alle Sorten wirklich winterhart.

Hat man in seinem Garten eine wirkliche winterharte Lavendel-Sorte, so lässt sich diese für den eigenen Gebrauch und sofern es sich nicht um eine geschützte Sorte handelt, in der Regel sehr einfach mittels Stecklingen vermehren.

Wir haben hier die Vermehrung von Lavendel in einigen Schritten übersichtlich zusammengestellt, so wie wir es seit vielen Jahren machen. Die Bewurzelung gelingt uns zu über 90%, sodass wir fast keine Ausfälle haben.

Und so gehts:

Lavendel mit Stecklingen vermehren -Schritt für Schritt Anleitung


1.) Auswahl des Stecklings an der Lavendel-Pflanze


Der erste Schritt ist die Auswahl von geeigneten Stecklingspflanzen. Wir achten darauf, dass wir etwa Mitte Mai, also bevor die ersten Blütenknospen sich bilden, Stecklinge schneiden, die aus dem vorjährigen Holz gewachsen sind.
Dies ist wichtig, da die Bewurzelung nur aus altem, vorjährig gewachsenem Holz gelingt, und hier auch am Besten, wenn man den Steckling nicht abschneidet, sondern abreißt. Hier sind wir schon beim nächsten Schritt.


2.) Steckling vom alten Holz abreißen


Der nächste Schritt ist, den Lavendel-Steckling vom alten Holz abzureißen, also nicht mit der Schere abzuschneiden. So gelingt die Bewurzelung besser, da sich eine größere "verletzte" Fläche am Stecklingsfuss ergibt.
Ob der Steckling länger oder kürzer gewachsen ist, ist nicht so relevant, viel wichtiger ist, dass er seinen heurigen Wachstumsschub aus dem alten Ansatz vom Vorjahr gemacht hat.



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3.) Lavendel-Steckling am Fuß von den alten Blättern berfreien


Nun wir der Steckling vorsichtig von den alten Blättern am unteren Ende befreit, indem man diese mit den Fingern abstreift oder abzupft. So bleibt ein etwa 3cm langer, leicht verholzter Stiel über.
Am unterern Ende des Stecklings sieht man noch genau wie er vom alten Holz abgerissen wurde.
Nun hat der Steckling aber noch zu viel Blattmasse, daher müssen wir ihn noch kürzen.


4.) Steckling oben kürzen


Das kürzen des Lavendel-Stecklings ist notwendig, um seine Blattmasse zu verringern. Dies vermindert anfänglich die Verdunstung und der Steckling wächst besser an. Außerdem wird dabei auch gleich eine allfällige schon entstandene Knospe abgezwickt, sodass der Steckling nach dem Bewurzeln sofort aus den Blattachseln austreibt und nicht zu blühen beginnt.



5.) So sieht der fertige Steckling aus


Jetzt sind die Stecklinge fertig für das Stecken. Am Besten bereitet man sich alle Stecklinge zu erst vor. Dies kann man bequem in Sitzen erledigen. Den fertigen Stecklingen macht es auch nichts aus wenn sie einige Stunden, oder über Nacht im Wasser liegen. So saugen sie sich voll mit Wasser, was auch der erhöhten Verdunstung und somit einem schnellen Austrocken des Stecklings in den ersten Tagen entgegenwirkt.


6.) Das Stecken des Lavendel-Stecklings 


Nun folgt das Stecken der vorbereiteten Stecklinge.
Wir füllen die Pflanztöpfe* (9er bis 12er sind am Besten geeignet) locker mit normalem Substrat aus dem Baumarkt. Es muss keine besondere Erde sein, jedoch sollte sie locker und leicht sein.

Mit dem Pikierstab* stechen wir immer 3 Löcher pro Topf vor und stecken anschließend je 3 Stecklinge pro Topf.


7.) Andrücken der Stecklinge


Es folgt das leichte Andrücken der Stecklinge mit den Fingern. Dies ist wichtig, damit die Stecklinge fest von Erde umschlossen sind und so nicht ausstrocken und besser bewurzeln. Drei Stecklinge pro Topf haben sich auch deshalb bewährt, da sollte doch einmal einer im Topf ausfallen, so entwickelt sich auch aus zweien eine buschige Lavendel-Pflanze.



8.) Gut und mehrmals angießen


Nun müssen die Stecklinge nur noch gut mit sanftem Wasserstrahl angegossen werden. Mehrmals hintereinander angießen ist der Garant dafür, dass sich wirklich das ganze Substrat durchgefeuchtet hat und die Stecklinge von feiner Erde umspült wurden und guten Erdkontakt haben.
Dies ist auch ein kleiner Erfolgsfaktor, finden wir.




9.) Ab ins Glashaus mit den Stecklingen


Nun kommen unsere Lavendel-Stecklinge ins Glashaus*. Dort haben sie die ideale Umgebung um schnell und gut zu bewurzeln. Dies dauert je nach Temperatur und Luftfeuchtigkeit etwa 3-4 Wochen.
Danach kann man normalerweise schon den ersten Austrieb aus den Blattachseln erkennen.

Wachsen die Lavendelpflanzen dann im Laufe des Jahres auf und entwickeln die ersten Blüten, so knipsen wir diese mit der Schere oder den Fingernägeln ab, um eine besseres Verzweigen der Pflanze zu erreichen.

Noch ein kleines Detail: Wir gießen in unserem Glashaus mit Gardena-Nebeldüsen*. Der feine Wassernebel und die damit immer wieder verbundenen höchste Luftfeuchtigkeit ist sicherlich auch einer der Gründe für die hohe Bewurzelungsrate.

In unserem Garten haben wir über die Jahre bisher viele Hundert Lavendelpflanzen ausgepflanzt. Diese schneiden wir alljährlich einfach mit der Heckenschere auf etwa 25cm Höhe im Frühjahr ab. So erhalten wir gut verzweigte und buschige Lavendelflächen. Sonst pflegen wir unseren Lavendel nicht, auch die abgeblühten Blütenstengel lassen wir stehen. Sie bilden in den Wintermonaten einen leichten Windschutz und vor allem auch ein Bisschen Sonnenschutz. Erst im Frühjahr, zeitgleich mit dem Rosenschnitt, werden die alten Blüten mit dem Lavendel-Frühjahrs-Schnitt entfernt.

Auch Rosen lassen sich einfach durch Stecklinge vermehren. Hier findet ihr die Schritt-für-Schritt Anleitung dazu: Rosen durch Stecklinge vermehren


Mein Buchtipp zum Thema: 
Beim Duft von Lavendel denken viele an Urlaub in Südfrankreich und die lila gefärbten Hügel der Provence. Doch auch im malerischen Süden Englands fühlen sich Pflanzen wohl. Vor allem das kleine Städtchen Downderry in Cornwall ist ein weltweit angesehenes Zentrum der Lavendel-Züchtung. Michael Breckwoldt, der Autor von "Lavendel – Duft und Sinnlichkeit im Garten" (BLV Buchverlag), verführt den Leser zu einem Flirt mit dem beliebten "Lippenblütler" und verrät alles über die schönsten Sorten aus Downderry – mit neuen Farbnuancen und Formen.
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