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Lavendel und Rosenstecklinge im Gewächshaus überwintern - Gewächshaus-Heizung

Viele Rosenliebhaber sind die glücklichen Besitzer eines Gewächshauses. Auch wir haben seit einigen Jahren ein Gewächshaus in der Größe von 2,44x4,32 m.

Es ist ein einfacheres Gewächshaus mit 6mm Doppelstegplatten, also nichts Besonderes.

Dennoch haben wir uns in einem Versuch vor 3 Jahren entschlossen in diesem Gewächshaus unsere Rosenstecklinge und auch unsere Lavendelstecklinge frostfrei zu überwintern. Auch unsere Oleander, die nunmal wirklich keine Minusgrade vertragen, stellen wir im Winter in den Mittelgang des Gewächshauses.

Vorausschicken möchte ich,
dass wir in einer klimatisch eher rauhen Gegend zuhause sind. Bei uns im Waldviertel auf 500m Seehöhe sind im Jänner und Februar durchaus Nächte mit -18° C und mehr zu erwarten.

"Stromheizung im Gewächshaus - ihr seid doch verrückt"


Dennoch versuchten wir das Experiment das Gewächshaus im Winter frostfrei zu halten und beheizten es "elektrisch".
Viele meinten wir würden mit dieser Aktion verarmen, dennoch schafften wir einen Universalthermostat und einen 2000W Heizlüfter an.

Nach nunmehr 3 Wintern können wir berichten, dass von "verarmen" keine Rede sein kann.
Natürlich kostet das Beheizen Geld, aber weit weniger als ursprünglich angenommen.


Nun zum Aufbau der Heizung:

Sie besteht aus einem günstigen Heizlüfter mit 2000 W und einem Universalthermostat mit Kabelfühler.
Zur Kostenkontrolle haben wir noch ein einfaches Strom-Verbrauchs-Messgerät* vorgeschaltet.
Stromkosten-Messgerät
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Dieses haben wir gemeinsam mit dem Universalthermostat an die Steckdose in unserem Gewächshaus angeschlossen, man könnte aber auch ein fliegendes Verlängerungskabel ins Glashaus verlegen.

An den Universalthermostat* steckt man den Heizlüfter. Fertig ist die Gewächshausheizung.


Universal-Thermostat
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Der Heizlüfter* steht gerade und zur Sicherheit auf einer 40x40cm großen Keramikfliese. Der Fühler des Thermostats ist in der Raummitte auf einer Höhe von ca.90cm angebracht, und zwar so, dass er nicht direkt im Ausblasbereich des Heizlüfters liegt.

Bei uns haben wir den Fühler also unter den Pflanztischen angebracht, der Heizlüfter steht auf dem Pflanztisch darüber.



An den Heizlüfter* stellen sich keine besonderen Anforderungen,
günstiger Heizlüfter
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ein günstiges Modell genügt hier sicher. Vielleicht ist auch ein Gerät ohnedies im Haushalt vorhanden. Der Heizlüfter wird, da die Steuerung ja vom Universalthermostat übernommen wird, auf die höchste Stufe geschaltet und der interne Thermostat des Heizlüfters auf die Maximalstellung gedreht.







Nun zu den Verbrauchswerten:

Im ersten Winter verbrauchten wir 254,5 kWh
mit damit verbundenen Stromkosten von ca. 44 €

Im zweiten Winter verbrauchten wir 285,8 kWh,
mit ca. 52 € Stromkosten.

Im dritten Winter, verbrauchten wir gar nur 142,8 kWh,
mit nur 26 € Stromkosten.

Viele unserer Gärtnerkollegen waren darüber überrascht, dass wir so wenig Strom benötigten. Die Hauptgründe dafür liegen darin, dass der Thermostat so eingestellt ist, dass er erst bei 0,5°C einschaltet und bei 2,0°C wieder ausschaltet.
Der Heizlüfter läuft also überhaupt erst an Tagen, oder besser Nächten, an denen die Temperatur im Gewächshaus unter 0,5°C fällt. Dies war zu unserer Überraschung durchschnittlich nur an 32 Tagen im Winter überhaupt der Fall. An allen anderern Tagen genügte die Tagesaufheizung des Gewächshauses um in der Nacht über 0,5°C zu bleiben, oder es war zwar Winter, aber überhaupt wärmer als -3°C in der Nacht.
Denn ein paar Grad Unterschied von innen zu außen im Gewächshaus bestehen immer.

Interessant: Der Heizlüfter läuft überhaupt nur an 30 Tagen im Jahr

Wenn der Heizlüfter also nur an ca. 30 Tagen im Jahr läuft, interessierte uns wie lange er in kalten Nächten in Betrieb war. Die Laufzeit bis er die Luft von 0,5°C auf 2°C erwärmt ist etwa 6 Minuten.
Abhängig von der Außentemperartur schaltet er sich natürlich seltener oder häufiger pro Nacht ein.
Insgesamt konnten wir beobachten, dass er selbst in sehr kalten Nächten maximal 4 Stunden gesamt lief.
Diese sehr kalten Nächte (-15°C oder so) sind auch der Grund warum überhaupt nennenswerter Stromverbrauch entsteht. Denn wie gesagt, die meisten Nächte im Winter sind gar nicht so kalt, wie man vermeintlich annehmen möchte. Vielmehr kommt es auf die Anzahl der wirklich kalten Tage an, also solche die auch tagsüber den Sprung auf die Plusgrade nicht schaffen.
Der Vorteil ist jedoch, dass derartige kalte Tage meist wolkenfrei sind, und tagsüber die Sonne scheint, was oft zu einer Aufheizung des Gewächshauses auf über 10°C führt.
Noch ein kleines Detail: Nachdem der höchste Wärmeverlust am Dach des Gewächshauses entsteht, haben wir die beiden Kippfenster im Dach mit Schaumstoffstreifen abgedichtet, sodass das Gewächshaus nach oben hin möglichst luftdicht ist. Die seitliche Schiebetüre haben wir nicht besonders abgedichtet, sondern lediglich darauf geachtet, dass sie immer genau und ordentlich verschlossen ist.

Zum Schluss haben wir noch die Vorteile und Nachteile unserer Elektro-Heizung fürs Gewächshaus gegenübergestellt:

Vorteile:
- Gewächshaus auch für frostempfindliche Stecklinge und Pflanzen
- Topfpfllanzen, wie bei uns die Oleander,
haben jede Menge Licht und Sonne auch im Winter
- Balkonblumen können nicht mehr "erfrieren" und
das ganze Jahr in den Balkonkästen bleiben


Nachteile:
- Stromverbrauch überhaupt
- wenn auch geringe, aber doch, die Anschaffungskosten für Thermostat und Lüfter
- Stromanschluss im Gewächshaus notwendig




Update: superkalter Winter 2017


Im Winter 2016/17 fielen bei uns die Temperaturen oft schon mal auf -18°C.
Und das an sicher 15-20 Tagen.
Auch tagsüber kamen die Temperaturen oftmals nicht über -5°C hinaus. Das schlug sich natürlich auch im Stromverbrauch nieder. Als Abhilfe schalteten wir das System an Tagen, die nächtens nicht mehr als -5°C zu erwarten hatten, überhaupt ab. Das hatte zur Folge, dass sich zwar in der Früh Temperaturen von -2 bis-3°C im Glashaus einstellten, was aber weder dem Lavendel noch den auch im Glashaus überwinternden Oleanderpflanzen etwas ausmacht.
Doch die Laufzeiten des Heizlüfters reduzierten sich erheblich.
So ließ sich auch in diesem Rekord-Winter der Stromverbrauch in wirklich erträglichen Maß halten.



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